Betriebsausflug 2015

zum Bioenergiepark in Saerbeck und Landschaftspark „Il Bagno“ in Burgsteinfurt

von Sevil Sözütek

Es war wieder einmal so weit: Das Büroteam von Laade Gartenreisen hat seinen jährlichen Betriebsausflug gemacht. Diesmal zum Bioenergiepark in Saerbeck und zum Landschaftspark „Il Bagno“ in Burgsteinfurt.

Wie Sie sicherlich wissen, versuchen wir unsere Gartenreisen so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Nicht nur durch die Kompensationsbeiträge an atmosfair sondern auch durch die Zertifizierung mit dem CSR –Siegel (Corporate Social Responsibility) versuchen wir die Nachhaltigkeit unserer Reisen zu gewährleisten.

Die interne Weiterbildung zu Umweltfragen dient dem Ziel: Wie kann ich in mein alltägliches Leben umweltfreundlich gestalten?

Ein Besuch galt auch dem Park „Il Bagno“ in Steinfurt( link), Münsterland. Hier konnten wir uns einen Eindruck von einem romantischen Landschaftspark machen nach dem Vorbild der Parks die „Capability“ Brown in England so meisterhaft gestaltet hat. Aktueller Anlass das Bagno zu besuchen ist unsere neue Reise: Der „Shakespeare der Gartenkunst“ die wir zum 300. Geburtstag des Gartengenies „Capability“ Brown aufgelegt haben.

 

Erster Stopp: Bioenergiepark Saerbeck

Da wir viel Energie für Strom und Heizung verbrauchen, haben wir uns den Bioenergiepark in Saerbeck einmal genauer angeguckt.

Der Bioenergiepark Saerbeck (BEP) hat sich der Initiative „Klimakomune NRW“ angeschlossen und umfasst ein Gelände von 90 ha. Diese Fläche war ein Munitionslager der Bundeswehr und wird heute zur Produktion regenerativer Energie genutzt. In der dreijährigen Bauphase der Anlage wurden ca. 75 Mio € investiert. Hier findet man heute Windkrafträder, Photovoltaik-und Biogasanlagen. Ein Großteil der Investitionen haben Saerbecker Bürger und Geschäftsleute gestemmt.

Kurz notiert:

Windkraft:
– 7 Windkrafträder der neuesten Generation
– Daten: 150m hoch; Flügelbreite 25m; 6.000t schwer
– Energieerzeugung: 21 MW/ Jahr
– Kosten: 5,5 Mio €

Photovoltaik:
– Zweitgrößte Anlage in NRW
– Befindet sich im Saerbecker Eigentum
– Anlagen wurden auf den ehemaligen Bunkern errichtet
– Energieerzeugung von 6 MWpeak
– Im Juni 2012 in Betrieb genommen
– Kosten: 9,5 Mio €

Biogasanlage/ Bioabfallbehandlungsanlage
– Wird durch Landwirte aus der Region betrieben
– Energieerzeugung von jeweils 1MW

Durch den Bau des BEP ist die Gemeinde Saerbeck über das ganze Jahr elektrisch autark und hat seinen Co2-Ausstoß pro Einwohner von 9 t auf 5,5 t senken können. Zudem wird in Saerbeck mehr regenerativer Strom erzeugt, als im Ort insgesamt verbraucht wird.

Besonders beeindruckend ist aber das Engagement der Gemeinde selbst: mehr als 400 PV-Anlagen auf den privaten Dächern stellen sogar mehr Leistung bereit als die 24.000 Module auf den Bunkern im BEP. Zudem ist die Gemeinde Saerbeck selbst einer der Investoren und hat durch die gemeindeeigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft eine Windkraftanlage errichtet.

Insgesamt ist der BEP ein sehr gutes Beispiel für das Recyceln eines ehemaligen Munitionslagers der Bundewehr und für die Produktion regenerativer Energie. Daher wird die Anlage aus aller Welt besucht: u.a. die Bürgermeisterin aus Fukushima oder der Umweltminister der Vereinigten Arabischen Emirate. Auch als das Team von Laade Gartenreisen vor Ort war, gab es Besuch aus Asien.

Um auch die nachfolgende Generation bestens zu bilden, hat das Gelände einen außerschulischen Lernstandort, zu dem viele Schulen, auch aus dem Ausland, Ausflüge machen.

Nächster Stopp: Landschaftspark „Il Bagno“ bei Burgsteinfurt

Dieser Landschaftspark wurde vom Grafen Karl Paul Ernst von Bentheim-Steinfurt um ca. 1760 angelegt. Den Namen hat die Anlage durch einen Badeteich (ital. il bagno) erhalten.

Wie damals üblich, hat man die Anlage als Lustgarten gestaltet, in welchem man von einem „chinesischen Palais zu einem griechischen Tempel“ flaniert oder „zwischen dem Süßem Brünnchen und den Terrassenkaskaden“ lustwandeln kann.

Dem Grafen war das Element Wasser besonders wichtig. Mit dem Aushub für die Teiche wurden mehrere Inseln gestaltet: u.a. die Rousseau-Insel, die Arion-Insel oder die Rosen-Insel. Diese stehen heute alle unter Naturschutz.

Zudem ließ sich Graf Karl Paul Ernst für seine eigene Hofkappelle eine Konzertgalerie errichten. Den Plan hierfür erstellte der Graf selbst. Als Vorbild nahm er sich die Schlossgalerie „Grand Trianon“ in Versailles. Die „Grande Galerie pour les concerts“ gilt als der älteste freistehende Konzertsaal Europas und wird durch aufwendige Stuckdekorationen, grottierte Wandnischen und reich verzierten Spiegelwänden veredelt. Nach umfassenden Restaurierungsarbeiten im Zug der Regionale 2004 wird der Saal heute wieder mit großem Zuspruch als Konzerthaus verwendet.

1780 wurde der Landschaftspark vom Sohn, Graf Ludwig, nach dem englischem Vorbild umgebaut. Was vorher nach dem französischem Beispiel (geradlinig, Barock) präzise angelegt wurde, war nun englisch. Um diese Zeit gewann das Bagno auch an Berühmtheit. Graf Ludwig ließ „Flyer“ erstellen, in dem Besucher aus aller Welt die Attraktionen bestaunen konnten.

Kurz notiert:

– 1750 ca. 500 Besucher pro Jahr
– 1780 ca. 1500 Besucher pro Jahr
– 1800 ca. 5000 Besucher pro Jahr

1806 war ein Wendepunkt für das Bagno: Napoleon degradierte den Grafen Ludwig zu seinem Untertan. Dieser reiste dann nach Paris um seine Stellung wieder zurück zu gewinnen. Als er 1817 zurückreiste, gab es die meisten Gebäude nicht mehr, da diese aus Holz errichtet wurden. Übrig geblieben sind die Bagno-Gaststätte, die Konzertgalerie und die neue Wache.

Leider gibt es viele der alten Attraktionen nicht mehr. Dennoch kann man durch viele Schilder erahnen, wie der Landschaftspark damals, in seiner Blütezeit, ausgesehen hat. Einen Ausflug ist das „Il Bagno“ aber auf jeden Fall wert, da Sie sich hier einen Eindruck von den Gärten machen können, die „Capability Brown“ in England umgestaltet hat.