Erlebnisse auf Gartenreisen

von Barbara Filipp

Laade-Chor für Toni

Von Toni, unserem Busfahrer, hatte ich im Gespräch erfahren, dass er am nächsten Tag Geburtstag habe. Mittags saß ich mit einigen Teilnehmern der Reisegruppe in einem kleinen gemütlichen Restaurant und erwähnte den bevorstehenden Geburtstag Tonis. Gleich kam Papier und Schreibzeug auf den Tisch. Als Grundlage wurde die Melodie von „Meister Jakob“ gewählt und ein Text auf Toni gedichtet. Nach dem Abendessen wurden die anderen Teilnehmer eingeweiht und es wurde geübt. Am Geburtstagsmorgen standen wir alle als Chor vor dem Bus aufgestellt und warteten auf Toni. Die Reiseleiterin durfte anstimmen und schon erschallte der Laade-Chor. Die Überraschung für Toni war gelungen!
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Königlicher Besuch

Wir waren im Garten der Rotschilds, einer Rhododendren-Sammlung mit prächtigen Bäumen rund um das Gebäude. Wie uns erzählt wurde kam auch die königliche Familie immer wieder hierher um einen Baum für die Sammlung zu pflanzen. So auch die Königin selbst. Außer den Eingeweihten wusste jedoch niemand davon. Nachdem der Baum gepflanzt war spazierte die Königin, wie andere Besucher auch, durch den Garten. Ein Ehepaar kam auf sie zu und sprach sie an. „Hat Ihnen schon einmal jemand gesagt, dass Sie aussehen wie die Königin?“, worauf die Königin geantwortet haben soll: „Das ist beruhigend“.
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Jane-Austen Nachkomme

Wir besuchten die großen Landgüter die Jane Austens Bruder von einem reichen Verwandten geerbt hatte und auf denen sich auch die Schriftstellerin meist längere Zeit aufhielt. Der Besitz und besonders die Gartenpartien wurden uns vom jüngsten Sohn der Familie gezeigt. Jane Austen selbst hatte keine Nachkommen, doch die Familienmitglieder gehören zu den engsten lebenden Verwandten von Jane Austen. Im Internet stand, dass der ältere Bruder dem Jüngsten eine Niere gespendet hatte, um ihm ein normales Leben zu ermöglichen.
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Essenszeit

Wir waren die letzte Besuchergruppe, die den königlichen Privatgarten in Highgrove an diesem Vormittag besuchen durfte. Die Route durch den Garten führte uns bis vor die Haustür von Prinz Charles und seiner Frau Camilla. Der Prinz wollte, dass die Besucher auch die Gartenpartien am Wohnhaus zu sehen bekommen. Von der Haustür aus sieht man die „Strahlen“, die den Blick zu Blickpunkten weit in die Landschaft führen. Aus dem Haus duftete es bereits fein nach Mittagessen, denn wie uns die Führerin erklärte, wurde der Prinz bald erwartet.
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Abenteuer Umleitung

Wir fuhren auf einer der zahlreichen kleinen Landstraßen im Süden Englands durch die berühmte Gras- und Heckenlandschaft, als uns ein kleines gelbes Schild, das auf der Straße aufgestellt war, auf einen anderen Weg wies. Eine Umleitung, der der ganze Verkehr zu folgen hatte. So kamen wir in einen Hohlweg, rechts und links der Straße war die Böschungen mit Sträuchern und Bäumen dicht bewachsen. Die Straße war nun gerade breit genug, dass unser Bus hindurchpasste, die Äste jedoch peitschten gegen Dach und Fenster. Es gab nur ein Vorwärts, alle hielten wir den Atem an! Der Bus kam heil hindurch, doch hatten wir die Orientierung verloren. Wir hielten ein Auto an und die Insassen fuhren vor uns her, bis wir wieder auf dem richtigen Weg waren.
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