Green Kermit oder green permit?

Von Dietlind Dorbach

Die Chelsea Flower Show ist das Highlight schlechthin für alle Pflanzenenthusiasten. “The street is black with people“, die Straße sei schwarz vor Menschen, so erklärte mir bei einem privaten Vorab-Besuch ein Chelsea Pensioner diese Attraktion, den ich seither jedes Jahr anlässlich dieses Mega-Events auf der Anlage der pensionierten Armee-Angehörigen treffe. In schmucker knallroter Uniform, versteht sich. Bislang verabschiedete er unsere Gruppe immer am Bus.

Von daher ist verständlich, dass der weltbeste Busfahrer von Laade, Rainer und ich als gut organisierte Reiseleiterin alles richtig machen wollten und diesen Tag bis ins kleinste Detail durchsprachen.

Ein grüner Ausweis ist erforderlich, so steht es jedes Jahr in den Unterlagen. Dieser Ausweis zeigt eine sog. bay an, in der der Bus einschwenken darf, um unsere Gäste auszuladen und in einem ganz genau definierten Zeitfenster auch wieder abzuholen. Einweiser stehen bereit und erwarten höchste Pünktlichkeit. London eben, genauer: Chelsea, also absolutes Herz von Londons Innenstadt…

So weit, so klar.

Nun ist die Nummer der Parkbucht grundsätzlich auf einem Umweltpapier abgedruckt. Und das ist grau, sagen wir, hellgrau…

Als grundgenaue Reiseleiterin bat ich den Hotelrezeptionisten, ob wir denn zur Vorsicht – und um den Auflagen zu entsprechen- eine Kopie auf grünem Papier haben könnten, und das schöne Copthorne Hotel, wo wir immer wieder komfortabel absteigen, machte es möglich. Der Rezeptionist fuhr mit dem Fahrrad ins nahegelegene Dorf und besorgte grünes A 4 Papier.

Unsere Gäste haben gute Ohren- und was Busfahrer und Reiseleiterin da vorn so zu besprechen haben, ist grundsätzlich von Interesse für unsere Gäste. Sie bekamen also mit, dass angeblich von einem „green Kermit“ die Rede war. Die Assoziation war schnell da: Kermit, der Frosch, ist grün. Nur- was hat der grüne Frosch mit der Chelsea Flower Show zu tun? Das müssen sich unsere Gäste gefragt haben- denn ich bekam einen grünen Frosch aus Plastik geschenkt, der herrlich wackelt. Als Talisman für die Chelsea Flower Show, die so viel Orga verlangt- bloß pünktlich ankommen, die richtige Parkbucht finden, äußerst pünktlich an der verabredeten Bus-Abholstelle eintreffen, die man aber bei Fahrtantritt noch nicht konkret zeigen kann, weil die Nummer wenig aussagekräftig ist- kurzum, man kann so einen Talisman sicher als Reiseleiterin gebrauchen.

Nur- wieso um alles in der Welt ein grüner Frosch, fragte ich mich??

Die Ohren unserer Gäste, nach vorn ausgerichtet, hatten zwischen den Anlauten „k“ und „p“ nicht unterscheiden können und sich, kreativ wie Gartenliebhaber nun mal sind, ihren eigenen Reim darauf gemacht. Green Kermit, basta.

Green permit- die grüne „Erlaubnis“karte zum Parken, klingt ja auch sehr ähnlich.

Der grüne Frosch steht bei mir zuhause auf dem Schrank und schaut mich schelmisch mit seinen überdimensionierten Augen an. Manchmal darf er laufen, denn er ist aufziehbar. Und ich wünsche mir, bei der nächsten Chelsea Flower Show wieder dabei zu sein. Der Besuch des Chelsea Pensionär, Tom Mullaney, ist nämlich schon Tradition, die fortgesetzt werden muss!

PS:
Frau Dorbach wird auch 2017 wieder eine Reise zur Chelsea Flower Show begleiten.
Vielleicht ist ja der Frosch Kermit auch dabei. Ohne –permit- wird es jedoch sicher nicht gehen.