Reisebericht

“Cottages und Country Houses”

Einige verborgene Gartenschätze haben die Teilnehmer unserer Reise zwischen Kent und Surrey bestaunen können. Auch Stadtbesuche standen auf dem Programm. Lesen Sie den Bericht unserer Reiseleiterin Renate Tönsing!

Das glaubt uns ja wieder mal kein Mensch, dass wir 6 Tage in England verbringen und keinen Regentropfen abbekommen haben!

Nun, was die Gartenbesuche angeht, ist diese Aussage vollkommen richtig… aber: zwei Stunden nach dem letzten wunderbaren Gartenerlebnis fing es an zu tröpfeln, dann zu stürmen und zu regnen; wir hatten Glück, mit einer der wenigen Fähren am folgenden Morgen Richtung Heimat fahren zu können und auf einige Gartenfreunde wartete das heimische Bett erst einen Tag später.

Bis auf Losely Park, das mit seinem elisabethanischen Herrenhaus und dem intensiv gestalteten formalen Garten in einem herrlichen Landschaftspark liegt und dem Dorf Compton mit seinen malerischen Gebäuden und der beeindruckenden Kunstgalerie mit Werken von Charles Frederick Watts – dem britischen Michelangelo – hatten die 31 Gartenenthusiasten viele Eindrücke aus überschaubaren Gärten zu verdauen. Überschaubare, kleinere Gärten… Was heißt das in England? Flächenmäßig genossen wir Paradiese von ca. 4000 Quadratmetern bis knapp 4 Hektar. Mit unseren deutschen und schweizerischen Augen groß genug, denn Cottage-Gärten erfreuen sich intensiver Gestaltung und lassen dennoch genügend Freiraum, dass sich die Natur spielerisch in manchen Bereichen ausbreiten darf. Wir wandelten also nicht nur auf den Spuren der ungekrönten Gartenköniginnen Gertrude Jekyll mit in Driften gestalteten Beeten und Margery Fishs inspirierten Beeten aus kleinteiligen Staudensammlungen, sondern durften teilhaben an viel Wildlife à la William Robinson.

Alle Gestaltungen schmiegten sich gelungen in die hügeligen South- und North Downs ein – besonders elegant die Variationen aus der Hand des Gartendesigner Ian Kitson in Fairlight End und Follers Manor. Bei den relativ kurzen Fahrten durch die lieblichen Grafschaften Kent, Sussex und Surrey träumten einige von uns grün, denn so umfangreiche, bewaldete Flächen wie die des Weald bietet England nicht häufig.

Bei so viel gärtnerischer Vielfalt boten die beiden Stadtbesuche in Royal Tunbridge Wells und Rye etwas Stadtluft, Möglichkeiten zum Einkaufen. Da fast in jedem Garten selbstgebackener Kuchen mit Kaffee/Tee angeboten wurde, fiel die Mittagsmahlzeit meist spärlich aus.

Das Angebot zum Pflanzenkauf in den Gärten war eher mager, deshalb blieb die Hoffnung auf den Besuch eines Gartencenters bis zuletzt….

Ihre Reiseleiterin

Renate Tönsing