Macaw Lodge

Von der Verwahrlosung zum Paradies

Reisebricht Costa Rica von Christoph Laade

Der Weg will kein Ende nehmen. Noch voller Eindrücke von der Bootstour in das Estuarium (Mündungsbereich) des Tarcoles Fluss, bei dem wir Krokodile ins Maul schauen

konnten und Greifvögel aus nächster Nähe fotografierten, nun die Fahrt in die Berge. Die Macaw Lodge ist unser Übernachtungsziel.

Heute liegt die Lodge tief im Wald. Das war nicht immer so. Als der heutige Besitzer Pablo Gordienko die Farm Ende der 1980er übernahm fand er heruntergekommenes Weideland und Monokulturen von Teak und Melinaholz vor. Aus Melina wurden hauptsächlich Paletten gefertigt. Teak war erst nach 25 Jahren erntereif. Teak wurde vor allem nach Indien exportiert. Mit jedem starken Regenfall spülte mehr Land ab. Durch das Gesetz 75 -75 wurde es für Farmer attraktiv Holz umweltfreundlich anzubauen.

Costa Rica exportierte in den 80ern für wenig Geld vor allem Bananen, Holz und Ananas. Pablo produzierte damals Cordyline und Dracena, bunte Topfpflanzen die er nach Belgien und in die Niederlande ausschiffen lies.

Für seine neue Farm hatte Pablo neue Ideen. Er wollte mehr als nur die Schätze seines Landes exportieren und dabei die Substanz, guten Boden und eine reiche Natur verlieren. Er vermisste die bunten Vögel seiner Heimat und benannte sein Projekt nach den Aras, die hier Macaw genannt werden.

Pablo und seine Mitstreiter setzten auf Mischkulturen. Hochwachsende Teakhölzer und Amandel dienen nun als Sonnenschutz für andere Kulturen wie Kakao, Bananen, Papayas und Mango.

Ziel war, die Fruchtbarkeit des Landes wieder herzustellen, Impulse für die Bauern in der Umgebung zu geben und die Wertschöpfung vor Ort zu erhöhen. Und….. Aras und andere Vögel wieder Lebensraum zu geben.

Pablo kombinierte seine Leidenschaft für schöne Pflanzen und Landbau und legte neben dem Nutzbereich einen Park an. Sammlungen tropischer Pflanzen wie Heliconien (Paradiesblumen) und Bromelien und Palmen und baumhohem Bambus, sind nun in einen sich selbst entwickelnden Wald eingebettet.

Pablo hat seine Erfahrungen gerne mit andern Menschen geteilt und so wurde 2013 ein weiterer Traum angepackt: Räume für Gäste zu schaffen. Pablos Schwester, eine Architektin entwarf den Bau, der ausschließlich aus vor Ort gewonnenen Materialien besteht.

Für den achteckigen Bau wurden aufgearbeitete Telegrafenmasten und bei einem Sturm angefallenes Teakholz als Stützen verwendet. Für die Vertäfelung stand Bambus bereit. Für den Boden konnten Steine aus der Umgebung zu Polygonalplatten verarbeitet werden.

Die Gäste werden mit dem im Garten gewonnen Gemüse und Obst bewirtet. Zum Essen gibt es stets Saft der aus den Früchten des Garten gepresst wird. Frisch und ein wenig harzig schmeckt der Saft aus den kleinen grünen Yuplonfrüchten (Spondias dulcis) aus derselben Familie wie Mango und Cashew. Reif, süß und zitronig gaumt die Kombination aus der Melasse des Zuckerrohrs und Limetten. Weitere Empfehlungen: Acaipalme und Jackfruit (Artrocarpos edulis) einer Verwandten der Feige und der Maulbeere mit riesigen eichenähnlichen Blättern.

Besonders froh sind Pablo und seine Partnerin, dass viele Vogelfreunde zu seinen Gästen zählen. Neben Aras können direkt von der großzügigen Veranda auch Reiher, Kingfischer (der deutsche Name Eisvogel passt nun wirklich nicht in den tropischen Regenwald), Rallen, bunte Fliegenschnäpper und viele andere Vögel beobachtet werden.

Auch der Park um das Lodge ist sehenswert. Die Partnerin Pablos ist Landschaftsarchitektin und hat den Pflanzensammler beraten. Ein farbenfroher, wohl geordneter Garten mit vielen Wasserflächen ist entstanden. Die Umgebung mit ihren bewaldeten Vulkankegeln ist von etlichen Sitzplätzen aus zu bewundern. Die Besucher werden in einen Bambushain geführt und schließlich zu einem mehrstufigen Wasserfall.

Eindrucksvolle Natur und nachhaltige Produktion sind in Macaw Lodge auf das Schönste verbunden.

Nun muss ich meinen Bericht aber beenden, denn es wird um Nachtmal gebeten. Der großzügige offene Raum des Restaurants ist erfüllt von feinem Düften und dem vielfältigen Konzert von Fröschen Kröten, Grillen und vielen anderen bunten Geräuschen.

PS: Zum Nachtisch gab es Schokoladeneis, gefertigt aus dem hier angebauten Cacao.

Am besten selbst probieren!